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Wie entsteht ein Boreout?

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In der heutigen Arbeitsmarktsituation ist es nicht immer leicht, eine passende Stelle zu finden. Häufig entscheidet man sich für eine Arbeitsstelle nicht allein aufgrund der Motivation, sondern auch aus Angst vor der Arbeitslosigkeit. Lieber eine Arbeit anfangen, die einem nicht hundertprozentig entspricht, als zum RAV zu rennen und sich als arbeitslos zu „outen“.

In Inseraten werden die Arbeitsaufgaben spannend verpackt und gut verkauft – in der Realität sieht es dann manchmal anders aus. Nicht immer sind die zu verrichtenden Tätigkeiten auch wirklich so anspruchsvoll und vielseitig. Man fühlt sich schon nach kurzer Zeit unterfordert, langweilt sich und weiss nicht mehr, was man mit seiner Zeit anfangen könnte. Ein Boreout kann aber auch entstehen, weil man dauernd unter seinen Fähigkeiten eingesetzt wird: die gestellten Arbeiten sind nicht genügend anspruchsvoll, zum Beispiel wenn man dauernd Dossiers sortieren muss und einem im Gegenzug die interessanten administrativen Arbeitsbereiche von Dritten abgenommen werden.

Auch kann es sein, dass man sich in einer Position befindet, die nicht den eigentlichen Fähigkeiten oder der Berufsausbildung entspricht. Wenn man dauernd unter seinem Potential eingesetzt wird, verliert man irgendwann das Interesse, was zu Unterforderung führt.

Peter Werder und Philippe Rothlin haben rund 100 Gespräche geführt - mit gut ausgebildeten Leuten aus dem Bankenwesen, dem Versicherungsbereich, der Werbung, der Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung. Das Boreout, so ihre Beobachtung, entwickelt sich vor allem im Schatten des Burnouts. "In einem Team reissen ein oder zwei Leute die Arbeit an sich, für den Rest bleibt wenig übrig". Anfällig für chronisches Gelangweiltsein sind Menschen, die sich nicht wirklich für ihren Beruf interessieren, die keinen Sinn in ihrer Arbeit sehen oder im falschen Unternehmen arbeiten. "Es sind Leute, die etwas leisten wollen. Sie sind nicht faul, sondern sie werden faul gemacht".


Literatur:

Philippe Rothlin & Peter R. Werder: Diagnose Boreout. Warum Unterforderung im Job krank macht. Heidelberg 2007.

 

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Zuletzt verändert 29.04.2008 19:02